Farbbeutel in Aschaffenburg

Die Aschaffenburger Marinekameradschaft ist stolz auf ihr schwimmendes Vereinsheim am Main. Die „Orion“ ist nicht irgendein Schiff, sondern das letzte Minenräumboot aus dem Zweiten Weltkrieg.
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„Und anhand der Farbe grau sieht man auch noch: es ist ein militärisches Schiff“.
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Die „Orion“ zählt zu den touristischen Attraktionen der Stadt Aschaffenburg.
BR-online

Das Boot wurde zwischen Dienstag, 12. Mai und Donnerstag, 14. Mai im Floßhafen mit zwei Beutel, gefüllt mit weißer Dispersionsfarbe, beworfen. Laut Polizeibericht wurde unter anderem eine Sitzbankgarnitur mit Farbe verschmiert. Auch das gegenüber liegende Denkmal wurde in Mitleidenschaft gezogen, es entstand ein Sachschaden von einigen hundert Euro. Hinweise auf Täter und Motiv werden in einer Meldung des Main Echo nicht erwähnt.
Möglicherweise mal wieder eine antimilitaristische Aktion in Aschaffenburg?
Nachtrag, 18.05.2009:
Vielleicht wäre es aber lohnender gewesen, direkt beim Rekruten-Gelöbnis in Röllbach (LK Miltenberg) am 16. Mai, Kritik anzubringen. In einem ekelhaft unkritischen Artikel des Main Echo werden Waffen und Militär, Kameradschaft, Vaterlandstreue und sonstige Tugenden des deutschen Untertans abgefeiert. Auch zwei Pfaffen gaben ihren Segen zur anstehenden Mordausbildung. Und dass, wo gerade noch alle (konservativen) Tugendwächter laut nach einem Verbot der gemeingefährlichen, weil gewalttätigen, Paintball-Spielerei schrien. Der nationalistisch-militaristische Kitsch jedenfalls erreicht pünktlich zum 60. Geburtstag auch noch das letzte Spessartkaff.

[…]In seiner Ansprache betonte der Vertreter des Kommandeurs, Oberstleutnant Peter Bienert, dass es Tradition sei, Gelöbnisse nicht hinter hohen Kasernenzäunen, sondern in der Öffentlichkeit mit den Bürgern zusammen zu begehen. Als Soldat sei man Teil der demokratischen Gesellschaft und ein Teil des Staates.
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Gerade die älteren Röllbacher erinnerten sich noch an Krieg und Not, als 1944 in einer Nacht ein Drittel des Dorfes in Schutt und Asche versank.
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Die von vielen Besuchern mitgesungenen Bayern- und Nationalhymne bildeten den musikalischen Rahmen. Mit ihren Schlachtrufen beendeten die Einheiten eine eindrucksvolle Feierstunde. […]
Main Echo, 16.05.2009

Nix dazu gelernt, oder wie?
Zum Glück regen sich hier und dort auch kritische Stimmen gegen die FußballWMStauffenberg100%deutschePfannikartoffelDubist-Volksgemeinschaft.
Oder frei nach dem Titanic Magazin:





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