Rechter Konzertveranstalter im Jukuz?

Für den 19. September ist ein Metal-Konzert unter dem Titel „Assmonkeycastle Hell Night“ mit 4 Bands im Jukuz Aschaffenburg angekündigt. Soweit erstmal nix besonderes. Doch schaut man sich den Flyer (Rückseite) und die Plakate an muss man doch kurz stutzen – neben der Teufelsküche aus Aschaffenburg wirbt dort groß und breit auch das „Low Life Rebel Tattoo“-Studio aus Mömlingen. Da war doch mal was ….
Aktuell wirbt der Tattoo-Shop in der Galerie auf seiner Website unter anderem mit einem Tattoo, das einen Wehrmachtssoldaten mit dem Spruch „Sie fielen für uns“ zeigt. Es finden sich auch Tattoos mit der „Schwarzen Sonne“, einem Symbol das von der SS kreeiert und verwendet wurde. Im Logo des Shops wir mit der doppel 8 gespielt, ein beliebter Zahlencode bei Neonazis, der für den 8. Buchstaben „H“ im Alphabet steht. 88 = HH = Heil Hitler.
Die Leute von der Teufelsküche fielen dann auch aus allen Wolken, als sie von verschiedenen Seiten auf die Werbung aufmerksam gemacht wurden. Unterstützen sie doch auf ihrer myspace-Site die Initiative „Metalfans against Nazis“. Übrigens genauso wie die Band „Systematic Eradication“, die ebenfalls für das Konzert angekündigt wurde.
Doch wer steckt eigentlich hinter dem Konzert und den Flyern? Vermutlich die Band „La Revolta“ aus Aschaffenburg (legt zumindest der Flyer nahe). Bei deren Sänger handelt es sich um Oliver W. , welcher offenbar bis 2006 einen florierenden Naziladen in Mespelbrunn betrieb und sich auch niemals öffentlich davon distanzierte. Die Band gibt sich – natürlich – unpolitisch. Es ist trotzdem damit zu rechnen, dass ein ganzer Haufen Nazis seinen Weg ins Jukuz finden wird (mal wieder schön mit alten Bekannten saufen …). Was dann wiederrum zur Gefahr für alle wird, die nicht in deren Weltbild passen.
Wie schon zuletzt in der Dominatus Rockbar versuchen Nazis sich in der Metalszene am Untermain breit zu machen. Dadurch gewinnt die Naziszene gerade für Jugendliche stark an Attraktivität. Ohne Gegenwehr entstehen so Erlebniswelten; das „Nazi-Sein“ wird normalisiert, weil es nicht mehr auf Widerstand stößt.
Leider ist der Leiter des Musikbüros im Jukuz z.Zt. noch im Urlaub und telefonisch nicht zu erreichen. Ein Statement zu diesem Sachverhalt würde uns mal brennend interessieren.


2 Antworten auf „Rechter Konzertveranstalter im Jukuz?“


  1. 1 barely legal 11. September 2009 um 20:37 Uhr

    Hingehen und denen das Konzert vermiesen, mit allen Mitteln!

  2. 2 mainecho und subradical leser 16. September 2009 um 8:27 Uhr

    „Kein Anlass, das Konzert abzusagen“
    Jugend Veranstalter dementiert Nazi-Hintergrund
    Aschaffenburg Ein für kommenden Samstag angekündigtes Metal-Konzert im Jugend- und Kulturzentrum (Jukuz) sorgt für Aufregung: Auf dem Flugblatt für die Veranstaltung wirbt ein Mömlinger Tatoo-Studio, das zur rechtsextremen Szene gehören soll.
    „Es sieht nicht danach aus, als ob wir die Veranstaltung absagen“, sagt Steffen Gerlach vom Jukuz-Musikbüro. Oberbürgermeister Klaus Herzog gibt ihm Rückendeckung. „Die Polizei sieht das Konzert als nicht bedenklich an“, erklärt Herzog, der das Ordnungsamt eingeschaltet hat. „Wenn die Polizei keine Bedenken hat, gibt es keinen Anlass, das Konzert abzusagen.“

    Veranstalter des Abends ist die Aschaffenburger Band La Revolta. Die Gruppe hat das Jukuz angemietet und drei befreundete Bands eingeladen. Steffen Gerlach hat Bands und Veranstalter geprüft, bevor er den Saal an La Revolta vermietet hat. „Die haben nichts mit Nazis zu tun“, ist sich Gerlach sicher. Die beteiligten Bands seien im Gegenteil „eher links“.

    Auch der lokale Internet-Blog www.subradical.blogsport.de, der schon Ende voriger Woche auf den Hintergrund des Konzerts hingewiesen hatte, legt das nahe. Demnach seien einige der Gruppen Mitglied der Online-Initiative „Metalfans against Nazis“ („Metalfans gegen Nazis“).

    „Mit rechter Szene nichts am Hut“ „Wir haben mit der rechten Szene nichts am Hut“, versichert auch Steffen Kraatz, Schlagzeuger der Band La Revolta. Vielmehr habe man für das Konzert Sponsoren gesucht und in dem Tattoo-Studio gefunden: „Wir wussten nicht, dass das Studio etwas mit Nazis zu tun hat“, so Kraatz. Der Tattoo-Laden, der auf dem Flugblatt wirbt, stellt auf seiner Internet-Seite unter anderem Tattoos mit nationalsozialistischer Symbolik aus. Kraatz stellt in Aussicht, dass sich die Bands am Samstag von rechtsradikalen Inhalten distanzieren werden, falls zweifelhaftes Publikum auftaucht.

    Kraatz fürchtet, dass am Samstag ein anderer Termin extremes Klientel nach Aschaffenburg lockt: Die NPD soll für den Vormittag einen Infostand vor der City-Galerie planen. mm

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.



kostenloser Counter
Poker Blog