NPD lügt sich die Tatsachen zurecht

Wir hatten vermutet, dass die NPD von „Bütteln des Systems“ und „rotfaschistischer Antifa“ schreiben und steif und fest die Behauptung verbreiten wird, die Stadt Aschaffenburg hätte ihr keinen geeigneten Platz für einen Infostand angeboten. Aber es kam viel besser. In der heute schon im Internet publizierten Erklärung zum ausgefallenen Infostand schreibt die NPD von „`Antifa´ mit Schaum vorm Mund“, „drogenverseuchte, infantile Klientel“, „`Antifanten´ mit ihren schwammigen Milchgesichtern“ und so weiter.
Nach dem ausgefallenen Infostand konnten die Nazis nicht ohne irgendwas vom Platz gehen: „Die Führung des NPD-Kreisverbandes hat indessen eine Großverteilaktion um die Innenstadt herum laufen und die Kameradinnen und Kameraden konnten ungestört Plakate hängen, in für die versoffenen Gestalten der `Antifa´ unerreichbarer Höhe.“ Das Ganze wird als großer Erfolg gewertet und in der Überschrift des Beitrages sogar als – hört, hört! – „Bundesweiter NPD-Aktionstag in Aschaffenburg“ bezeichnet!
Das ist wie mit dem Kind, das im Dunkeln laut singt, um sich nicht fürchten zu müssen. Der „Gesang“ der NPD ist jedoch übelste Hetze – und eine einzige große Lüge, die die Tatsache, dass zivilgesellschaftliche Organisationen den NPD-Stand verhindern konnten, zu einem Dennoch-Erfolg umdeutet. Aber wie sagte ein Antifaschist heut Vormittag vor der City-Galerie am Infostand zu den Interkulturellen Wochen so treffend: „Bei Nazis gibt es keine Niederlage!“ Stimmt. Da wird eine solche sogar noch zu einem Heldenepos und grandiosen Erfolg umgelogen. Welch ein elendes Gesindel!


9 Antworten auf „NPD lügt sich die Tatsachen zurecht“


  1. 1 Johann Georg Elser 20. September 2009 um 7:44 Uhr

    Aus Gründen der Beweissicherung sei hier der ganze Beitrag der NPD Aschaffenburg dokumentiert:

    19.09.2009
    Bundesweiter NPD- Aktionstag in Aschaffenburg
    - Aktionen am Vormittag –

    Nachdem die Stadt Aschaffenburg so freundlich war unseren Infostand in der Zeitung bekannt zu geben, mobilisierte die sogenannte „Antifa“ mit Schaum vorm Mund.
    Offensichtlich hat dieses drogenverseuchte, infantile Klientel keine beruflichen, familiären oder bildungstechnischen Verpflichtungen, so daß unsere Beobachter in der Innenstadt mehrere größere Gruppen abgerissener Gestalten auf Agro herumlungern sehen konnten. Sie tummelten sich mit Ausdauer in Aschaffenburgs Fußgängerzone, klinkten sich bei den Jusos ein, die zur Schande der ehemaligen „Volkspartei“ SPD keinerlei Distanzierungstendenzen gegenüber dieser kriminellen Vereinigung erkennen ließen.

    Jusos auf Antifa-Niveau!

    Im Gegenteil mit Sprüchen, wie „Nazis in die Tonne treten“ übernahmen sie das gewaltbereite Vokabular und die menschenverachtende Haltung der „Antifa“ gegenüber der nationalen Opposition im Land. Nach massivem Protest von Aschaffenburger Bürgern mit Zivilcourage, die sie auf ihr unüberlegtes, intolerantes und undemokratisches Verhalten aufmerksam machten und den primitiven Reaktionen ihrer Antifa-Kumpane, räumten sie dann lieber ganz schnell das Feld und nahmen auch brav ihre „braune Tonne“ wieder mit. Während die müden „Antifanten“ mit ihren schwammigen Milchgesichtern unter ihren Punkfrisuren und über ihren gefährlichen Hundehalsbändern dem Chinesen um die Ecke die Gartenstühle und Tische(!) entwendeten und im Park ein gelangweiltes Sit-In abhielten. Die Polizei beendete dies schließlich, nachdem der Alkoholdunst den Himmel über der Stadt verdunkelte und die offensichtlich frustrierten, gewaltkriminellen „antifaschistischen“ Jugendlichen anfingen, sich gegenseitig zu schlagen.

    Altparteien brav am Rand – Linke quer über die ganze Gasse!

    Ein Gang durch die Herstallstraße ließ ein bißchen erstaunen. Seitlich sämtliche Altparteien mit Luftballons und Blümchen, dann eine Straßenbarrikade? Nein, ein roter Tisch, fast auf rotem Teppich mit rotgekleideten, entschlossen dreinblickenden Altkommunisten – weißbärtige Männer und faltenzerfurchte Frauen – die den Weg verstellten und lustige Flugblätter mit dem „linken(?)“ Lebemann und Villenbesitzer Lafontaine, sowie dem privat dienstliche Flugmeilen nutzenden, PDS-SED-Nachfolger Gysi zeigten. Selbsterklärend, warum dort Kundschaft ein Fremdwort war.

    NPD verteilt und plakatiert – „Antifa“ läut ins Leere!

    Daß die „Antifa“ so blöd ist und auf ihren einschlägigen Netzseiten gegen einen NPD-Stand mobilisiert, der vorher in der Zeitung veröffentlicht wurde, in der Hoffnung, den großen Coup zu landen, beweist wieder einmal, daß selbst ihre Hintermänner intellektuell absolut unbeleckt sind. Der Frust ihrer angereisten Hundertschaften wird sich sicher heute noch nach altbewährter Art in sinnlosen Gewaltaktionen, z.B. gegen Mülltonnen, in primitiven Schlägereien untereinander und auch gegen die Polizei abzureagieren wissen.
    Die Führung des NPD-Kreisverbandes hat indessen eine Großverteilaktion um die Innenstadt herum laufen und die Kameradinnen und Kameraden konnten ungestört Plakate hängen, in für die versoffenen Gestalten der „Antifa“ unerreichbarer Höhe.

  2. 2 paul 20. September 2009 um 10:41 Uhr

    was noch anzumerken bleibt:

    - die NPD lief mit dem Ordnungsamt durch die Innenstadt und lehnte mehrere angebotene Plätze für ihren Infostand ab. Ausschlaggebend dafür war wohl, dass immer Gruppen von potentiellen Protestlern in der nähe waren
    - Falko Schüssler, Vorsitzender des NPD KV Aschaffenburg, war so dreist direkt zum Infostand vor der City Galerie zu gehen. Er wurde enttarnt und des Platzes verwiesen
    - Verteilaktionen der NPD am Arsch der Welt lassen sich niemals verhindern. Die Innenstadt blieb allerdings fest in Hand der zahlreichen AntifaschistInnen jeglicher coleur, von Antifa über Bündnis gegen Rechts, zahlreichen Einzelpersonen bis hin zu den Jusos
    - die NPD hat im laufe des Nachmittags im Löher Graben Plakate aufgehängt, die hälfte davon allerdings so dämlich hinter Büschen das man sich schon anstrengen muss die überhaupt zu sehen

    Ärgert sich der Nazi, freuen sich die AntifaschistInnen. Siehe den Bericht der NPD

  3. 3 barely legal 20. September 2009 um 11:38 Uhr

    warum denn bitte ‚‘bundesweiter aktionstag'‘ o.O in meinen augen ist der eher regional… bzw. nur eine straße (löhergraben) und das dann auch nur mit sehr mäßigem erfolg… im großen und ganzen ein riesen reinfall für die faschos

  4. 4 barely legal 20. September 2009 um 13:49 Uhr

    Ich bin der Meinung, man sollte am Samstag den 16.9. auch in der stadt vor ort sein, da die NPD es sich nicht nehmen lassen wird am vortag der wahl in der stadt mit einem stand präsent zu sein ;)

  5. 5 Klaas Klever 20. September 2009 um 16:20 Uhr

    Gemeint ist sicher der 26.9.; aber darf am Samstag direkt vor der Wahl noch Parteiwerbung in den Innenstädten laufen?
    Wenn ja: Aschaffenburg und Miltenberg sind potentielle Tummelplätze für infostandmachende Faschos, da beide eine nennenswerte Fußgängerzone haben.

  6. 6 barely legal 20. September 2009 um 17:44 Uhr

    jap genau den 26.9.

    auf jeden fall sollte man sich vorher nochmal absprechen und die augeh/ohren offen halten…

  7. 7 bleistift 21. September 2009 um 7:33 Uhr

    NPD spricht nicht mehr vom „Bundesweiter NPD- Aktionstag in Aschaffenburg“ sondern jetzt heißt es: „NPD-Aschaffenburg beteiligt sich am bundesweiten NPD-Aktionstag“.
    klingt schon anders.
    desweiteren: die scheinbar mühevoll gestalteten Flyer zur Moschee-Kampagne sind einfach nur lächerlich. Das wird höchstens gelesen um sich über die interessanten Wortneuschöpfungen zu belustigen. Ziel wohl verfehlt.
    und auch am nächsten Wochenende wird der Frust der Nasen groß sein.

  8. 8 Rudi Assauer 22. September 2009 um 13:56 Uhr

    Die NPD zitiert efreut aus einem Blog eines Pireatenpartei-Mitgleides: „Da für den gleichen Tag ein Stand der NPD angekündigt war, waren natürlich auch jede Menge linksradikale unterwegs, diese haben sich dann erst mal am Stand der Linken konzentriert und es war soweit alles ruhig. Später ging dann das Gerücht um, dass der NPD-Stand vor das TUI-Reisebüro kommt, also keine 100 Meter von uns entfernt. Kurz später saßen dann die linksradikalen in unmittelbarer Nähe zu unserem Stand, sie hatten dabei Tische und Stühle dabei, die sie vor einem Café mitgenommen hatten (eigentlich hätte ja schon zu diesem Zeitpunkt die Polizei auftauchen müssen, da der Besitzer des Cafés dies wahrscheinlich sofort gemeldet hat).
    Später zogen die radikalen dann ab und setzten sich ins Gebüsch vor der City-Galerie. Hier fingen sie dann an zu randalieren, zerstörten die Tische und Stühle sowie Wahlplakate. Mehrere Personen verständigen die Polizei, die dann auch nach ca. 15-20 Minuten mit 3 Streifenwagen eintraf. Die Personalien wurden festgestellt und das wars dann auch schon (abgesehen von Einzelfällen wo z. B. eine Person durchsucht wurde) – sollte die Polizei mittlerweile nicht genug sensibilisiert sein, auf solche Lagen schneller zu reagieren?“
    Quelle:
    http://www.florian-pankerl.de/?p=251#more-251

    Die „Piraten“ sind zwar noch jung, haben aber schon schön gelernt, wie man „richtig“ Politik macht – so enfach im Vorbeigehen der Konkurrenz von der Linkspartei ans Bein treten, indem diese mit angeblich kriminellen Subjekten in Verbindung gebracht wird. Naja, „Piraten“, die der „Jungen Freiheit“ ein Interview geben – was soll man da erwarten …

  9. 9 paul 25. September 2009 um 23:20 Uhr

    aus aktuellem anlass ein kleiner link:

    http://www.geocities.com/capitolhill/lobby/8522/stadt.html

    Wahlplakate rechter Parteien wurden in der Vergangenheit des öfteren entfernt. Wie das gemacht wurde, wird hier vorgestellt. Achtung: Das Entfernen von Wahlplakaten ist strafbar!

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