Norbert Geis und das „Lärmschutz-KZ“

„Der Aschaffenburger CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis (70) hat eingeräumt, dass er beim Anblick von Lärmschutzwällen in Großostheim-Ringheim (Kreis Aschaffenburg) von der Ähnlichkeit mit einem `Konzentrationslager´ gesprochen hat.“ So berichtet heute das Main-Echo. Er wolle damit nicht das NS-Regime verharmlosen, meinte der Unionist. Hat er aber. Er hätte das nur spaßig gemeint. Ein sehr seltsamer Humor!
Was wollte er wirklich? Angesichts der sehr unbeliebten Lärmschutzmauer wollte er in Großostheim-Ringheim einfach nur punkten und Wähler/innen-Stimmen holen. So einfach ist das. Und dann dürfen auch mal zünftige Vergleiche herhalten, die so richtig nach dem Geschmack des Stammtischs sind, wie ihn Geis sich wünscht: stramm rechts. Nach dem „Bomben-Holocaust“ der NPD haben wir jetzt also auch ein „Lärmschutz-KZ“.
Wie schrieben wir schon am 31. August über Norbert Geis: „Wer solche `demokratischen´ Politiker hat, der braucht keinen `rechten Rand´ mehr. Soviel zu den `bösen Nazis´ und den `guten Demokraten der Mitte´.“


14 Antworten auf „Norbert Geis und das „Lärmschutz-KZ““


  1. 1 Mojo Risin 23. September 2009 um 12:04 Uhr

    Tja, er lässt eben kein Fettnäpfchen aus. Homosexualität ist eine Fehlentwicklung, Lärmschutzwälle erinnern ans KZ – meine Güte, warum kapiert der Opa nicht dass man mit 70 und einer solch verstaubten Meinung nicht nochmal vier Jahre in den Bundestag muß. Auch wenn der Verzicht auf die 10 000 Euro netto sicher schwer fallen…..

    Deshalb – Norbert Geis, nein danke!

  2. 2 Pumuckel 23. September 2009 um 15:26 Uhr

    Man sollte in dem ganzen Wahlkampfgetöse aber nicht die übersicht verlieren. Es ist bekannt, dass gewisse Medien alles andere als objektiv über bestimmte Politiker berichten, die nicht in das Weltbild des Redaktion passen.
    Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sehr bestimmte Worte in Deutschland eine gesamte Diskussion verzerren können. Das ist hier ja in etwa so als würde Harry Potter in Hogwarts laut „Voldemort“ sagen, woraufhin alle erschrocken zusammenfahren.
    So wie ich das verstanden habe, ging es darum, dass der Lärmschutzwall hässlich ist. Darüber braucht man weder zu streiten, noch ist das sonderlich interessant. Deswegen legt man die Worte auf die Goldwaage und konstruiert mal wieder einen Nazi-Vergleich… Hier noch ein interessanter Link zu dem Thema:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Godwins_Gesetz

  3. 3 Sandra Mickenhagen 23. September 2009 um 15:49 Uhr

    Offensichtlich sind hier Kommentare nicht erwünscht, die nicht ins Bild passen. Sehr demokratisch!

  4. 4 Administrator 24. September 2009 um 0:12 Uhr

    Kommentare werden moderiert, aber ehrlich gesagt hab ich keinen Kommentar gelöscht. Vielleicht einfach nochmal posten?

  5. 5 tee 24. September 2009 um 0:37 Uhr

    Offensichtlich sind hier Kommentare nicht erwünscht, die nicht ins Bild passen. Sehr demokratisch!

    in der tat.

  6. 6 mb 24. September 2009 um 9:05 Uhr

    Norbert Geis wird in der medialen Wirkung behindert durch Medien, die ihn nicht mögen. Sollen wir die erste Aussage von Pumuckel so verstehen? Geis benachteiligt – als Mitglied der Dauerregierungspartei in Bayern? Gar durch eine Zeitung, die als kapitalistisches Unternehmen wie durch Wunder irgendwie plötzlich auf Seiten der Linkspartei oder der Anarchisten steht, oder wie? Vermutlich glaubt Pumuckel auch noch daran, dass die Titanic unsinkbar ist.
    Wahr ist dagegen, dass Geis ganz einfach immer mal wieder Sachen loslässt, die so zum Heulen sind, dass jeder Redakteur, der nur halbwegs alle Lichter auf dem Christbaum an hat, darüber lästern muss.
    Godwins Gesetzt – schön. Nur: Es war Geis, der den Vergleich mit Hitler bzw. einem Faktum aus Hitlers Wirkungsperiode benutzt hat! Und von uns kam nie der Vergleich Geis = Hitler, denn der wäre nicht nur saudumm, sondern extrem das NS-Regime verharmlosend. Wir haben die Hitlerkarte nicht gespielt, wir haben nur darauf reagiert.

  7. 7 Gaenseblueme 24. September 2009 um 10:05 Uhr

    Das Main-Echo ist absolut parteiisch und das hat mit obejktivem Journalismus nichts mehr zu tun. Gerade aber weil natürlich die Verkaufszahlen zurückgehen, versucht man mit solchen vermeintlichen Sensationsnachrichten die Zahlen in die Höhe zu treiben. Klar, der Kommentar war daneben, aber nicht mehr und nicht weniger.

  8. 8 mb 24. September 2009 um 10:53 Uhr

    Klipp und klar: Hier wurde kein Kommentar unterdrückt. Wer das behauptet, will nur diesen Blog in Misskredit ziehen.
    Interessanter aber: Plötzlich schwingen sich Geis-CSU-Befürworter/innen zu Antworten in subradical auf, was sie sonst nie tun. – Ach, ich vergaß: Es ist ja Wahlkampf! Und der macht müde Parteigänger munter.

  9. 9 Gaenseblueme 24. September 2009 um 12:25 Uhr

    Wer sagt denn, dass man gleich Anhänger sein muss? Ich habe den blog vorher leider noch nie verfolgt. Es geht nur auf die Nerven, dass das Main-Echo auffällig einseitig seine Berichterstattung verfolgt. Das sieht ein Blinder mit dem Krückstock und das fällt ja nicht nur mir auf. Wie gesagt, der Kommentar von Norbert Geis war etwas deplatziert, aber das, was daraus gemacht ebenso. Wir sollten uns ja wohl wirklich um andere Dinge kümmern.

  10. 10 Pumuckel 24. September 2009 um 15:09 Uhr

    Den Verdacht, dass hier zensiert wird hatte ich auch zuerst. Aber es dauert halt nur recht lange bis der Eintrag dann auch wirklich gepostet ist. Nicht gerade ideal, um zu diskutieren, aber ist auch die Frage inwiefern dass hier erwünscht ist…

    @mb: Ich fand meinen vorherigen Eintrag eigentlich ganz verständlich. Es ging mir aber vor allem um diese lächerliche und heuchlerische Aufgeregtheit in diesem Land, sobald jemand Worte wie „Hitler“ o.ä. in den Mund nimmt. Es kommt doch in aller erster Linie auf den Zusammenhang an. Aber der verschwindet sofort hinter einer riesen Protestwelle und wilden Schuldzuweisungen wer hier unter generellem Naziverdacht steht. Blablabla… Vernünftige und zielführende Diskussionen sind so eigentlich unmöglich.

  11. 11 Administrator 24. September 2009 um 17:27 Uhr

    Also bisher hatte ich nicht den Eindruck, das Diskussionen hier unerwünscht sind. Woran machst du deine Sorgen denn fest?
    Dass ein Blog bzw. das Internet an sich nur bedingt zum diskutieren geeignet ist, ist ja kein Geheimnis.
    Beleidigende oder inhaltlich völlig wertlose Beiträge brauchts ja auch nicht unbedingt. Von den ganzen Trackbacks ganz zu schweigen.
    Deshalb bleibt die Kommentarfunktion moderiert. Zitat aus dem about:
    „Kommentare werden moderiert, das kann manchmal ein paar Tage dauern.“
    Wer sich daran stört darf uns gerne Verfluchen und einen eigenen Blog eröffnen um dort zu diskutieren.

  12. 12 Pumuckel 24. September 2009 um 23:10 Uhr

    @ admin: Verstehe ich ja auch. Sollte auch nur ne ganz leichte kritik sein. Bitte nich böse sein..;-)

    Ansonsten kann man immer wieder nur dafür plädieren, sich der Geschichte unseres Landes und der daraus resultierenden Verantwortung stets bewusst zu sein. Aber um das wirklich nachhaltig tun zu können brauchen wir eine gewisse Distanz dazu. Denn sonst laufen wir Gefahr, dass die Wachsamkeit vor echtem Antisemitismus irgendwann nachlässt, weil ja sowieso die ganze Zeit „Wolf,Wolf,Wolf“ bzw „Nazi,Nazi,Nazi“ geschrien wird…. Auch wenn der Vergleich sicherlich nicht der political correctness entsprochen hat, so ging es doch eignetlich nur um einen hässlichen Lärmschutzwall.

    Jedem Deutschen der Probleme mit seiner eigenen Nationalität hat empfehle ich einen längeren Aufenthalt im europäischen Ausland am besten England, um die erwähte bewusstseinserweiternde Distanz zu bekommen;-)

    http://www.youtube.com/watch?v=IoLIU2NI66w

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