Nochmals: Vor der Bundestagswahl

„Ich bitte Sie, machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch!“ lässt Ministerpräsident Seehofer heute im Main-Echo inserieren wie wohl in sämtlichen anderen Zeitungen in Bayern. Es ist schon seltsam: Aber ich empfehle das auch.
Über Sinn und Unsinn von Wahlen wurde auf subradical schon trefflich gestritten. Bleibt aber ein bisher wenig oder gar nicht bedachter Fakt: Falls wir wirklich wollen, dass Nazis wenig Stimmen bekommen, vielleicht sogar an der Grenze zur Wahlkampfkostenrückerstattung scheitern, dann dürfen sie im Verhältnis zu den gültig abgegebenen Stimmen eben nur einen geringen Prozentsatz erhalten. Das heißt: Jede nicht für Nazis abgegebene gültige Stimme senkt die Nazi-Prozente.
Wenn es keinen anderen Grund gibt, zur Wahl zu gehen: Wenigsten diesen gibt es.

Einen schönen Sonntag wünscht
Martin Bayer


6 Antworten auf „Nochmals: Vor der Bundestagswahl“


  1. 1 Administrator 25. September 2009 um 23:02 Uhr

    Als Ergänzung noch zwei lesenswerte Texte zur Piratenpartei:

    „Die Piratenpartei ist so »postideologisch« wie der deutsche Stammtisch.“
    http://jungle-world.com/artikel/2009/39/39453.html

    Wer sind die Piraten?
    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2009-09/piraten-partei-revolution?page=2

    Klarmachen zum Kentern?
    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/834/klarmachen-zum-kentern

  2. 2 Basis 26. September 2009 um 21:25 Uhr

    Die Entstehung der Piratenpartei ist eigentlich zwangsweise gewesen und Teil einer politischen Entwicklung. Ob man die Regierung nun mag oder nicht bzw. das System unterstützt oder nicht…
    Im Parlament sitzen Leute die nichtmal mehr ihre eigenen Grundgesetze einhalten und diese ständig übertreten. Gleichzeitig haben sie keinen blassen Schimmer von der modernen Kommunikationsgesellschaft und deren Auswüchsen.
    Kann man mit der Entwicklung der grünen vergleichen. Die Leute die da drin sind sind halt oft Studenten die mehr mit PCs als mit Politik am Hut haben, deshalb wahrscheinlich die Ausreißer in der JF.

  3. 3 si.seniore. 27. September 2009 um 1:33 Uhr

    Das diese Aufforderung 1. faktisch falsch ist und 2. einfach eine totale Verhamlosung der bürgerlich-kapitalistischen Verhältnisse ist, sollte bitte klargestellt werden. Zum 1.: Wenn nunmal einfach „mehr“ leute wählen gehen, so wäre der anteil (durchschnittlich) höher an der wahlbeteiligung, jedoch ist nur die vermutung aufzustellen, dass die übrigen 40% nicht NPD gewählt hätten. Vielleicht würde ich, als Protestwähler auch NPD wählen. Immerhin ist sie immernoch zugelassen, grenzt sich ganz klar durch ihre Aufmachung und Forderungen von anderen Parteien ab, jedoch wollen sie lediglich auch „nur“ regieren. Bürgerlich ausgedrückt (auch wenn das viele AntifaschistInnen nicht hören möchten) ist sie noch nicht vom nicht-extrimistischen Staat (einer westlichen! demokratie) verboten.

    Wären wir auch beim 2. Punkt, der antifa gedanke, der die bürgerliche demokratie, bzw. die kapital. zustände lediglich auf der basis kritisiert, weil sie faschistische ideologie produzieren, bzw. reprodieren mag ist von grund auf falsch, da die bürgerliche gesellschaft von grund auf falsch ist und kritisiert werden muss. sei es drum ob sie diese ideologie produziert oder nicht. das hat marx mit dem ursprünglichen 6-bänder schon erkannt. was die antifaschistInnen bis heute nicht erkennen.

    ein plädoyer sollte eher lauten, geht nicht wählen und schlaft aus. denn das wäre ein wahlboykott in einem kommunistischen/anarchistischen sinne, der fern ab von „politik machen“ geht. denn allein schon die kategorie der politik ist zu kritisieren, was die antifas abermals falsch machen. allein aus dem zweck, dass sie „antifa-arbeit“ für (wenn auch ungewollt) erledigen.

    vielleicht mal als gedankenstütze!
    aufrufe zum wählen gehen mit einer solch fadenscheinigen begründung tun auch bürgerliche partein liefern in der hoffnung das eine der 100 stimmen sie wählt.
    das hat nichts mit außerparlamentarischen opportionismus zu tun, höchstens mit einem opportionellen.

  4. 4 mb 27. September 2009 um 10:25 Uhr

    Ja klar, wir schlafen am Sonntag nochmal richig aus, am Montag schaffen wir die bürgerlichen Schweinesysteme dieser Welt ab und die Arbeit sowie die Politik gleich mit dazu. Wenn das die Alternative ist: okay!
    Wenn das aber mal wieder nicht geplant ist und auch garnicht geht, dann mache ich hier und heute doch noch Politik und gehe wählen.

    PS: Dass wählen gehen irgendwas mit Systemabschaffung zu tun hat – das hat doch hier nie jemand behauptet!

  5. 5 si.seniore. 28. September 2009 um 10:27 Uhr

    das wählen irgendwas mit veränderung zu tun hat, ebenfalls.

    und außerdem solltest du (wenn man annimmt, dass hier außerparlamentarische anarchisten mitlesen und schreiben – hoffentlich) einer kritik der politik interessiert sein. sonst dürftest du auch gerne in eine partei eintreten. (ist natürlich stark verkürzt hier. literaturhinweis: http://www.cafecritique.priv.at/agnoli.html
    http://www.si-revue.de/die-situationisten-und-die-neuen-aktionsformen-gegen-politik-und-kunst)

  1. 1 (Was) wählen – Teil II « Theorie als Praxis Pingback am 25. September 2009 um 21:08 Uhr
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