Archiv für Oktober 2009

Interview im Frizz

Schnappt euch irgendwo die (der, das) neueste Frizz und schlagt die seiten 16 und 17 auf. Dort findet ihr ein kleines Interview mit mir über Subradical. Danke nochmal für die Gelegenheit.
Dazu muss ich jetzt aber doch noch kurz was anmerken. Im Zuge der Überarbeitung wurde ein Satz von mir ein bisschen merkwürdig umformuliert, statt „Neoliberale Wirkungen sind das.“ sollte es eigentlich nur „Neoliberale Nebenwirkungen.“ heißen. Dann macht meine Aussage auch mehr Sinn.
Das „basisdemokratische Parteiensystem“ (im Vorwort) ist eigentlich auch ein Paradoxon, da Basisdemokratie den Anspruch hat, ohne Repräsentanten auszukommen. Ganz im Gegensatz zu der repräsentativen Demokratie mit Abgeordneten und Parteien wie wir sie in der BRD haben.

Wien: Uni brennt

Seit dem 22.10.2009 findet ein offensiver Bildungsstreik in Österreich statt. Ausgehend von einer kleinen Demonstration befinden sich seitdem viele Unis im Ausnahmezustand. Wie es der Zufall so will, steckt auch ein Aschaffenburger mittendrin, den ich einfach mal angeschrieben habe. Folgende Antwort kam zurück:

Hi Paul,
ja ich bin noch in Wien und total von den Ereignissen hier überwältigt.
Klar stehe ich dir jederzeit für Fragen zur Verfügung, also immer her damit :)
Willst du das denn per mail machen, oder sollen wir irgendwann skypen?
Gruß
Sofian

Das Interview könnt ihr nun unten nachlesen. Aktuelle Infos gibt es über Twitter, per Live-Stream und vor allem auf dieser Website. Einen Überblick über das bisher Geschehene findet ihr bei der taz(1) taz(2)
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So schön kann Wirtschaftskrise sein

Für 21 Euro – Kunden zahlen nur 12 Euro – erhalten die Zuhörenden heute um 18.30 Uhr nicht nur ein Glas Sekt, sondern auch einen Vortrag und Salonmusik. Wie das? Nun, die Raiffeisen-Volksbank Miltenberg lädt anlässlich des 80. Jahrestages der Weltwirtschaftskrise von 1929 in die gute Stube der Kreisstadt – das Alte Rathaus – ein. Es spielt das Salonorchester DamenRausch jene Musik, die „das Lebensgefühl der Zeit vor dem Schwarzen Freitag“ widerspiegeln soll. Und: Ein Herr Klaus Holschuh spricht über „Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Finanzkrise heute“ (Zitate: Einladungsflyer). Dieser Herr ist nicht weniger als der Chefvolkswirt der DZ-Bank, Frankfurt. Ein Bänker erklärt uns die Wirtschaftskrise! Was wird der Raiffeisen-Volksbank Miltenberg noch einfallen? Ein Heroin-Dealer spricht über „Wie gefährlich sind Opiate?“ Oder die Werbeabteilung von Philip Morris klärt – ganz objektiv natürlich – über die Gefahren des Rauchens auf. (mehr…)

1/3 der Jobs verloren

Nur etwa 300 der rund 1700 in Aschaffenburg Beschäftigten der Takata-Petri AG blockierten am Montag Morgen die Zufahrt zum Werk in Schweinheim mit zwei Feuertonnen. Der Streik zog sich bis zum Abend hin, nach Angaben der Takata-Soli kam es zu Lieferverzögerungen bei BMW in Leipzig und Regensburg, bei Audi in Ingolstadt, bei Daimler in Sindelfingen und Bremen, bei VW in Wolfsburg und Pamplona und bei Daimler in Düsseldorf. Die Werksleitung alarmierte die Polizei, welche dann auch durchblicken lies, dass die netten Beamten von der Streife im Falle eines unkooperativen Verhaltens der Protestierenden auch durch eine nicht mehr ganz so nette Hundertschaft der Bereitschaftspolizei ersetzt werden könnten. Daraufhin wurde die Feuerwehrzufahrt für die wartenden LKWs frei gemacht. (mehr…)

Verurteilt wegen nichts

„Zu jeweils 15 und 30 Arbeitsstunden sind ein 16- und ein 19-Jähriger am Dienstag vom Jugendgericht Miltenberg verurteilt worden. Die beiden hatten bei einer Demonstration im Februar gegen das Vermummungsgesetz des bayerischen Versammlungsrechtes verstoßen.“ So schreibt heute der Miltenberger Bote vom Untermain. Was war geschehen? Bei einer Aktion der Unabhängigen Jugendinitiative Miltenberg (die damals aber noch keinen Namen hatte, sondern ein loser Zusammenschluss von jungen Leuten war) trafen sich 15 bis 20 junge Menschen spontan am Marktplatz in Miltenberg. Sie wollten mit Grill, Transparenten, Getränken und Kreide (mit der sie Parolen auf das Pflaster malten) Jugendhausbetrieb imitieren, um auf das Fehlen eines Jugendtreffs hinzuweisen. Den hatte Bürgermeister Bieber wenige Monate zuvor schließen lassen. „Vermummt“ hatten sie sich mit Halstüchern oder Sonnenbrillen. (mehr…)

Konzerte im Oktober

Der Herbst hat uns nun definitiv eingeholt, die Zeit der großen Open-Air Konzerte ist somit vorrüber. Aber der Oktober bietet gleich mal 3 empfehlenswerte Indoor-Konzerte in Aschaffenburg. Vor allem für Leute die ihre Ohren gerne mit abgedrehten Eektro-Sounds verwöhnen. Die Beatbaracke startet am 10. Oktober mit Escape Hawaii, Urlaub in Polen und Mine. Urlaub in Polen haben schon auf dem Kommz gute Stimmung gemacht, mussten jetzt aber leider aufgrund eines Unfalles absagen. Schade, aber die Beatbaracke-Crew zaubert bis Samstag mit Sicherheit noch einen hochwertigen Ersatz aus dem Hut. Escape Hawaii bieten C64-Gameboy-Sounds, unterlegt mit tanzbaren Beats unter dem Sprechgesang des einzigen Bandmitglieds. Anspieltip: Eins. Mine machen dagegen eher konventionellen Indie-Alternative Rock. (mehr…)

Antifaschismus bleibt für mich unteilbar

Am 19.09.09 schickte Reinhard Frankl diesen Leserbrief als Reaktion auf einen Kommentar zum Infostand zur Eröffnung der Interkulturellen Woche an das Main-Echo, wo dieser Leserbrief bis heute nicht veröffentlicht wurde. Nun wird er zumindest in subradical publiziert. Wir danken dem Autor, dass er uns diesen Beitrag zur Verfügung gestellt hat.

In der Tat eine gute Entscheidung, den Infostand zur Eröffnung der Interkulturellen Woche nicht einer Partei weichen zu lassen, die ein nationalistisches und rassistisches Erbe angetreten hat und aus deren Wirkungskreis heraus immer wieder Gewalt gegen Menschen mit Migrationshintergrund ausbricht. Ich erlaube mir aber, die Entscheidung als selbstverständlich anzusehen. Ist der Entscheidungsträger doch immerhin am 22.02.1997 nicht dem Rat seines damaligen OBs gefolgt, zu Hause zu bleiben. In unserem Bündnis gegen Rechts und mit Hilfe 2000 weiterer Antifaschisten aus nah und fern hat er auf der Straße erkämpft, dass die NPD die Stadt nicht zu einer ihrer Aufmarschbasen machen konnte. (mehr…)

Die Jagd nach dem Phantom

Die neueste, in der Öffentlichkeit groß wahrgenommene Jugendkultur, ist wohl zweifelsohne die der Emos. Nun erscheint in Kürze ein Sammelband unter dem Titel „Emo – Porträt einer Szene“ im Mainzer Ventil-Verlag, was die Szene ja auch irgendwie adelt. Und das, obwohl der Trend doch schon gar nicht mehr so aktuell ist, zumindest nach einer Besuchermeinung am Dienstag Abend im Aschaffenburger Jugendhaus. Dort stellte einer der Herrausgeber, Martin Büsser, das Buch vor etwa 50 Besuchern vor.

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