[`solid] Aschaffenburg solidarisch

Die Linksjugend [`solid] Aschaffenburg schreibt:

Die Linke hats geschafft! Mit 5,6% ist sie erstmalig in den NRW Landtag eingezogen.
Soweit so gut.
Aber was kommt jetzt?!
Knallharter Oppositionskurs, bestehend aus Kapitalismuskritik, das Aufzeigen von Alternativen zum Kapitalismus, Antifaschismus, konsequente Friedens- und Abrüstungspolitik, für demokratische Rechte und für kostenlose Bildung?
Von wegen.
Die Linke führt allen Ernstes mit SPD und Grünen derzeit Sondierungsgespräche um als Mehrheitsbeschaffer nun endlich am Fleischtopf der Macht zu sitzen.
Wir solidarisieren uns mit unseren GenossInnen der linksjugend [`solid] Aachen.

mehr dazu hier


6 Antworten auf „[`solid] Aschaffenburg solidarisch“


  1. 1 Karl von Medina 26. Mai 2010 um 0:13 Uhr

    Entschuldigung, aber was erwartet ihr euch von einer demokratischen Partei? Sie wird gewählt um zu regieren. Ihr habt ernsthaft noch Hoffnungen in die Vertreter des bürgerlichen Rechts?
    Und was bedeutet für EUCH eine konsequente Friedenspolitik?

    Und: „bestehend aus Kapitalismuskritik, das Aufzeigen von Alternativen zum Kapitalismus“ was soll das? Irgendwie scheint der Zug an mir vorbei gefahren zu sein.
    Und das soll dazu noch ein „Knallharter Oppositionskurs“ sein? Ein parlamentarischer?

    Prost!

  2. 2 Karl von Antagon 26. Mai 2010 um 11:50 Uhr

    Was erwarten sich irgendwelche Leute von irgendwelchen im Parlament? Nun, vielleicht ganz einfach, dass sie die Bühne nutzen, auf die sie gewählt wurden, dass sie schöne linke Wahrheiten sagen über Kapital und Krise; denn wenn bestimmte Wahrheiten in der Gesellschaft nicht mehr vorkommen, nicht öffentlich sind (oder nur noch in marginalisierten Räumen), dann verschiebt sich der Diskurs, in diesem Fall nach rechts. Und mit ihm verschiebt sich die Realität, die Möglichkeit. Politik im Parlament ist nicht mitmachen (das ist immer eine Form der Zustimmung zum bestehenden Schlechten), sondern dagegenreden. Aber das haben die Meisten nicht kapiert, wollen es nicht kapieren, werden vereinnahmt, durchs Amt bestochen, abgeschliffen und selektiert, transformiert … man lese Johannes Agnoli.
    Die Partei DIE LINKE aber will sich schon von vornherein noch schneller dem Mainstream anpassen als es die Grünen getan haben, hat keinerlei basisdemokratisches Verständnis etc. Wer seine Kader aus der SED und der SPD hat – was sollen wir von dem erwarten?

  3. 3 Karl von Medina 26. Mai 2010 um 23:24 Uhr

    Du magst das Problem richtig erkannt haben, doch die falsche Konsequenz daraus ziehen. Mir sind personelle Zusammensetzung innerhalb der Parteien schlichtweg egal, da sie keine Rolle spielen. (Ich mag unrecht haben, doch dann beweise mir bitte das Gegenteil)

    Ich denke hier einen Widerspruch in deinen Aussagen entdeckt zu haben: „Nun, vielleicht ganz einfach, dass sie die Bühne nutzen, auf die sie gewählt wurden, dass sie schöne linke Wahrheiten sagen über Kapital und Krise;“ im Kontext zu den Worten die du leider nur in die Klammer gesetzt hast: „oder nur noch in marginalisierten Räumen“. Ich stelle die These auf, dass das Parlament selbst eine marginalisierte Sphäre ist. Sie ist bloß eine Unterkategorie des Kapitals. Eine Schublade des spektakulären Schreibtisches, wenn man so möchte und orientiert sich weder nach dem Menschen, noch der Mensch orientiert sich nach dem GESAGTEN. Manchmal muss er es, da ihm die Gewaltenteilung nun einmal dazu zwingt.

    „[…]bestimmte Wahrheiten in der Gesellschaft nicht mehr vorkommen, nicht öffentlich sind[…]“

    Ich gebe dir recht und wo spielt sich das Leben in der Gesellschaft ab? Ich weiß es nicht. An dieser Stelle könnte man sicherlich die S.I. hinzuziehen. Die eben durch die Subversion (bspw. durch die Konstruktion der Situation) eine Entdeckung des verlorenen revolutionären Bewusstseins wollte.

    „Wir meinen zunächst, daß die Welt verändert werden muß. Wir wollen die größtmögliche emanzipatorische Veränderung der Gesellschaft und des Lebens, in die wir eingeschlossen sind. Wir wissen, daß es möglich ist, diese Veränderung mit geeigneten Aktionen durchzusetzen.“ – Guy Debord, Rapport zur Konstruktion von Situationen

    „Politik im Parlament ist nicht mitmachen (das ist immer eine Form der Zustimmung zum bestehenden Schlechten), sondern dagegenreden.“

    Das sehe ich sehr wohl anders. Ich sehe eben 1. keinen Nutzen im Parlament zu sitzen und mich querzustellen, da ich eben niemanden erreiche und keine Opposition bin und 2. die Parteien (sonst wären sie eben keine) ein Vorstellung von einer „gerechten“ und „fairen“ Politik haben, eben auch die Linkspartei. Die ohnehin für mich nicht tragbar ist, da sie keine Ahnung von „Realpolitik“ hat. Der ihr Krisenmanagement hätte ich gerne gesehen. (aber das ist auch völlig nebensächlich und uninteressant)

    „Wer seine Kader aus der SED und der SPD hat – was sollen wir von dem erwarten?“

    Naja das spricht noch am ehesten für sich. hahaha

  4. 4 Karl von Antagon 27. Mai 2010 um 7:31 Uhr

    Ohne jetzt eine grundlegende Diskussion auf diesem Weg führen zu können nur ein Hinweis: Parlamente sind keine marginalisierten Räumen – zumindest nicht in diesem Sinne. Sie sind zweierlei: ideologische Konstrukte und reale Machtapparate. Letzteres weil sie – entgegen der ganz platten linken Meinung – doch noch eine Möglichkeit der eigenständigen Politik haben (wenn auch eingeschränkt); ersteres, weil sie noch immer als Instanz der Politik wahrgenommen werden. Ich habe nichts dagegen, diese Illusion in die Instanz Parlament zu zerstören, nur kann das grundsätzlich auch und gerade aus ihm heraus passieren – wenngleich ich das zugegeben als schwierig ansehe (wegen der bekannten Vereinnahmungstendenzen – auch Linke sind in der Gefahr, sich plötzlich selbst als Parlamentarier unheimlich wichtig zu nehmen), nicht aber als unmöglich.

    Wo spielt sich das Leben in der Gesellschaft ab, fragst Du. Nun, eben auch in Parlamenten. Weil es nicht nur die Bild-Zeitung so will, sondern auch Max und Biggi Mustermann (und all die anderen) es so sehen. Aber eben nicht nur dort. Ein Angriff auf ein schlechtes System muss ein Angriff mit allen legitimen Mitteln und überall sein. Gerne auch in Parlamenten. Das Problem ist ein anderes: Wer drin ist, will das nicht mit dem Angriff; wer draußen ist, will nicht rein. Ich auch nicht.

    Schöne Grüße ins katholische Würzburg! Zumindest publizistisch führt ihr dort ja schon den „letzten Hieb“! (http://letzterhieb.blogsport.de/)

  5. 5 Karl von Medina 27. Mai 2010 um 11:16 Uhr

    Na, dann scheint es ja nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann dieses Unternehmen Realität wird.

  1. 1 Aschaffenburg - Blog - 25 May 2010 Pingback am 02. Juni 2010 um 20:17 Uhr
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