Zugesandter Hinweis:
Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus findet die Veranstaltung „Medien und Islam und die Formation antiislamischer Bürgerbewegungen“ statt – ein Vortrags- und Diskussionsabend mit JournalistInnen der regionalen Presse und einem Vortrag von Dr. Sabine Schiffer, Institut für Medienverantwortung, Erlangen.
Termin:
Dienstag, 16. März 201, 19:00 Uhr, Aschaffenburg, Martinushaus
Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Stadtjugendrings, Jusmi AB, dem Bündnis gegen Rechts, der afa-Gruppe Aschaffenburg, dem AK Migration und attac Aschaffenburg-Miltenberg.
„Der Internetaufruf zu einer Mahnwache zur `Situation der kirchlichen Befreiungsdienstes´ am Kloster Engelberg ist gestern trotz des Reizworts `Anneliese Michel´ ohne Resonanz geblieben. Heike K. aus München und Winfried Zentgraf aus Fulda standen um 14 Uhr allein vor der Klosterpforte, um die deutschen Bischöfe zu einem anderen Umgang mit den Themen Exorzismus und Besessenheit aufzufordern.“ So heißt es heute im in Miltenberg erscheinenden Boten vom Untermain. Ganze drei Personen (die dritte kam später noch dazu), wohl alle aus der innerkatholischen Sekte „Zeugen der Wahrheit“, demonstrierten, da sie die Position der Kirche im Fall Anneliese Michel für Unrecht halten. Eine der beteiligten Frauen bezeichnet sich zu allem Überfluss auch noch selbst als „besessen“!
Zur Erinnerung: „Die aus Klingenberg stammende Studentin Anneliese Michel war 1976 mit Erlaubnis des damaligen Würzburger Bischofs Josef Stangl wegen Besessenheit exorziert worden, hatte wochenlang jede Nahrungsaufnahme verweigert und war schließlich an Unterernährung gestorben. Bei 1,72 Meter Körpergröße hatte die Studentin nur noch 32 Kilo gewogen.“ (Bote, siehe auch hier)
Für die Demonstrierenden unerhört: „Menschen, die bekennen, dass der Teufel real existiert, finden in der Kirche kein Gehör mehr. Bischöfe und Priester blocken ab und verweisen die Leute lieber an Ärzte und Psychiater.“ Genau: Wo kommen wir denn da hin, wenn psychisch Kranke zu Psychologen gehen statt zum Exorzisten, wenn Verletze sich in die Obhut von Ärzten begeben statt zur nächsten Kirche zu laufen, wenn wir unser Auto nach einem Unfall in die Werkstatt bringen statt Gottes Segen anzuflehen …
Und was sagt die Kirche selbst? “Für den Sektenbeauftragten der Diözese Würzburg, Pfarrer Alfred Singer, ist der Tod Michels mit dem von der Bischofskonferenz in Auftrag gegebenen Gutachten des Jesuitenpaters und Facharztes für Psychotherapie, Professor Ulrich Niemann, eindeutig geklärt worden. Die `Anfälle´ Michels hatte der Gutachter auf eine unglückliche Verbindung einer seltenen Form von Epilepsie und einer schweren Psychose erklärt.“ (Bote) Der unsägliche Exorzismus ist also in der katholischen Kirche erledigt? Leider nicht: „Insgesamt hat die katholische Kirche das Kapitel Exorzismus noch nicht geschlossen. So gibt es an der päpstlichen Hochschule Regina Apostolorum noch heute Kurse in Exorzismus. Heike K., die fest an ihre Besessenheit glaubt, hat wegen der ablehnenden Haltung der deutschen Bischöfe Hilfe im Ausland gesucht und Exorzisten in der Schweiz und Italien gefunden.“ (Bote) Der brave Christ kann hier wohl wirklich nur noch beten ob dieser scheinbar unausrottbaren Ignoranz und Menschenverachtung: Möge der Himmel glühende Blitze senden, die die Gesäße dieser inhumanen exorzierenden Dorftrottel versengen, mögen giftige Skorpione in ihre bösartigen Mäuler kriechen, mögen tausend schleimige Schlangen ihre unwürdigen Körper bedecken – oder was es an hier ausnahmsweise völlig berechtigten Rachegebeten noch so gibt.