Beiträge von Paul

Schuppige Straßenkunst

Manchmal fühlt man sich in Aschaffenburg wie in einem unfreundlichen Aquarium: Es regnet und zähnefletschende Fische lauern an allen möglichen und unmöglichen Ecken.
Schuld daran ist ein sehr fleißiger Artist, dessen Werke man auch auf flickr anschauen kann (und muss – die Halbwertszeit auf der Straße ist doch recht beschränkt). (mehr…)

Blogempfehlung

Seit Februar schreibt Claus Berninger, seines Zeichens Macher des Live-Musik Clubs „Colos-Saal“, auf einem Blog lesenwerte Artikel über das Kulturleben in Aschaffenburg und was ihn sonst noch so beschäftigt.

Wenn man über 25 Jahre lang in einer Stadt Veranstaltungen anbietet und dabei nicht die Augen verschließt, geht es gar nicht anders, man muss sich auch für Kommunalpolitik interessieren, insbesondere natürlich auch für die lokale Kulturpolitik.
Man lernt die Figuren der Stadt kennen, die Wichtigen und Wichtigtuer, die Kreativen und Negativen, riecht die Netzwerke und sieht die Verstrickungen. Fehler werden erkennbar, Skandälchen kriegt man mit, Seilschaften, Ungereimtheiten – natürlich auch positive Entwicklungen sowie viele Anekdoten, Geschichten und etliche Indiskretionen.

Lesen auf http://blog.colos-saal.de/

Top-Down Kultur im Bahnhofsviertel

Es wird groß gebaut in Aschaffenburg – das „Tor zur Welt“ entsteht, ein „Face-Lifting des Quartiers“, „Aufbruchstimmung weht durch die Straßen“, „Soziale Stadt“ und das „Quartier“ hat nun auch ein eigenes, neues Logo. Gipfeln wird der Rausch der Schlagworte in ein „nicht-kommerzielles“ Fest in der „Dreifaltigkeit Gewerbe, Medizin und Kultur“ (O-Ton Quartiersbeirat). Ja, das Bahnhofsviertel erfindet sich neu – pardon – es wird gerade neu erfunden. Das Ziel der baulichen Maßnahmen zumindest ist relativ klar. Aschaffenburg, speziell das Bahnhofsviertel, soll in eine weitere stinklangweilige, sterile, aber durchdesignte Einkaufswelt verwandelt werden. (mehr…)

Gestern auf der Unidemo in Frankfurt …

… zeigte die Polizei, wie man eine friedliche Demo mit über 2000 Teilnehmern dennoch kriminalisieren und jeder Außenwirkung berauben kann:

Mehrmals stand die Demo mit der Forderung nach Abzug des Spaliers still, doch die Veranstalter konnten sich nicht dazu durchringen, das Trauerspiel wirklich zu beenden. Präsident Thiel (Polizei) freut sich sicherlich schon auf die Kiste Schaumwein von Präsident Müller-Esterl (Universität). Für die kleine Gefälligkeit unter Adeligen Eliten, versteht sich.

Berichte:
http://de.indymedia.org/2010/01/272099.shtml
http://de.indymedia.org/2010/01/272061.shtml
mit Video:
http://bildungsstreikpotsdam.blogsport.de/

Eindruck:

Es waren so ca. 20 Leute aus Aschaffenburg und Umgebung im Zug mit dem ich gefahren bin.
Ich fands eher enttäuschend. Teilnehmerzahl war gering – das lag wohl nicht nur am Wetter und an der Prüfungszeit. Der Protest geht an vielen Studenten einfach vorbei. Dann war die Polizei natürlich unglaublich massiv vertreten, was erheblich auf die Stimmung und die Außenwirkung drückte. Organisatorisch war die Demo super, auch viele gute Ideen (gefakte Nachrichtensendungen über die Proteste vom Lauti, gute Redebeiträge, Clownsarmy, Sambagruppe etc.). Aber jede Dynamik wurde im Keim erstickt. Verglichen mit den Protesten gegen die Einführung der Studiengebühren 2006 sehr enttäuschend. So kann es jedenfalls nicht weitergehen, noch so ne Demo und das Ende der Sackgasse ist endgültig erreicht.
Positiv sind die Ansätze, verstärkt die gesamtgesellschaftlichen Verhältnisse zu Thematisieren – Ffreie Bildung für Alle und ein selbstbestimmtes Leben“; „Der universitäre Lebensraum muss offen für alle gesellschaftlichen Gruppen sein.“; „Radikale Demokratisierung aller Lebensbereiche“. Das wurde sogar von der Presse aufgegriffen.

Schade: Mina Ahadi kommt doch nicht nach Aschaffenburg

Wie heute dem Main Echo zu entnehmen ist, wurde eine geplante Veranstaltung mit der kommunistischen Atheistin Mina Ahadi, Verband der Ex-Muslime, abgesagt. Kurioserweiser von der Jungen Union geplant, entzog die Kirchenverwaltung St. Gertrud die Räumlichkeiten. Anlass dafür sind zum einen die Mobilisierung im rechtskonservativen Islamhasser-Spektrum (Pax Europa kündigte sich als Mitveranstalter an, im Forum „Die Grüne Pest“ freute man sich darauf, Muslime sprachlich „in den Boden zu hämmern“), eine zeitgleich stattfindende Veranstaltung zum Thema „Christlich-Muslimischer Dialog“ im Martinushaus sowie die Einstellung von Mina Ahadi selbst, die jedwede Religion als Herrschaftsinstument ablehnt und für eine negative Religionsfreiheit eintritt. (mehr…)

Winterschlaf

Nach längerer Zeit melde ich mich auch mal wieder. Aus Zeitmangel konnte ich zuletzt keine Artikel veröffentlichen, obwohl mir einiges unter den Nägeln brennt. In Frankfurt ging es an der Uni heiß her, das Präsidium antwortete mit Gewalt auf die Besetzung der Studierenden. Nach und nach werden auch die anderen Unis „befriedet“, selbst die Besetzung in Wien wurde gewaltsam beendet. Über den Gehalt und die Sinnhaftigkeit der Aktionen wird natürlich auch debattiert. Ganz groß im Pöbeln: der letzte hype.
Gewalt als Antwort auf soziale Proteste hat sich auch beim Klimagifpel in Kopenhagen durchgesetzt. Hier gibts genau das richtige Video um sich auf die Feiertage einzustimmen. Never trust a cop…
In deutschen Medien läuft, passend dazu, eine präventive Kamapagne gegen Linksextremismus, die auch vor allerdreistesten Lügen nicht zurückschreckt (wenn es der Sache dient): Tagesspiegel gegen Antifas aus Hessen.
„Neue Qualitäten der Gewalt“ werden von eifrigen Journalisten in diesem Zusammenhang ja gerne mal heraufbeschworen, entpuppen sich dann aber regelmäßig nur als kokelnde Autos in Hamburg oder Berlin. Fragt sich welche Superlative kommen, falls es tatsächlich mal wieder zu militanten Massendemonstrationen a la Startbahn West kommt.
Egal, damit rechnen ja noch nichtmal die Linksradikalen selbst.
Zum Abschluss noch ein paar Worte in eigener Sache: Subradical gibt es jetzt seit fast einem Jahr. Mehr Politik als (Sub)Kultur ist es geworden, kann man nix machen. Harte Zeiten. Wir haben ein bisschen Aufmerksamkeit erregt und werden seit März von etwa 21 Menschen pro Tag gelesen, Tendenz steigend. Nazithemen bringen gute Besucherquoten aber auch viele dämliche Kommentare. Uns wird gerne Zensur vorgeworfen, wenn die Moderation auf sich warten lässt, aber damit können wir leben. Das wir keine Lust drauf haben hier für irgendwelche Spinner eine Plattform zu bieten, sollte man uns nachsehen. Wer seine Komentare ohne allzu üble Beschimpfungen und NS-Relativierungen verfasst, darf damit rechnen, auch veröffentlicht zu werden.
Und um die Terminübersicht kümmern wir uns nächstes Jahr auch besser, versprochen.

Angstmache gegen Moscheebau

Mittlerweile habe ich mit ein paar Leuten gesprochen, welche die CSU-Veranstaltung zum Moscheebau in Schweinheim besucht haben. Die meisten äußerten sich ziemlich enttäuscht über die gesammte Veranstaltung. Von der CSU wurde der Bauantrag entgegen der Ankündigung nicht vorgestellt, stattdessen übergab man das Wort an den (unvorbereiteten) Vorsitzenden des islamischen Arbeitervereins, Mohammed El Ouaamari. Der Leiter der Veranstaltung, der CSU Kreisvorsitzende Winfried Bausback, schaffte es übrigens keine einziges mal den Namen von El Ouaarmari richtig auszusprechen. So viel zum Thema Respekt. So ging es dann in der Diskussion auch nicht mehr um den konkreten Moscheebau, sondern es wurde wild gegen den Islam als solchen gewettert. (mehr…)

Dem Hannebambel zum 23.

Das Bambel feierte diese Woche Geburtstag. Seit 23 Jahren meistert das Kollektiv den Spagat zwischen Kommerz und politischem Anspruch und war dabei wohl noch nie so gefragt wie heute. Das Erfolgskonzept als schlichte Event-Gastronomie mit familiärem Touch abzutun wäre eine Beleidigung sondergleichen. Denn anders als bei Cena & Co verstehen sich die Bambels bestens darauf ihre Gäste immer wieder aus der starren Konsumentenrolle zu hohlen. Sei es beim Gäste-CD-Kontest, beim Popmob, der Stadtralley, dem Dancecontest und den tausend anderen Ideen, die es in den letzten Jahren so gab. Kaum eine Kneipe fordert die eigenen Gäste so heraus. Und so mancher Stammgast wurde in Borg-Manier assimiliert und fand sich verwundert hinter der Theke wieder.
Über die bewegte Geschichte des Bambels könnt ihr in diesem älteren Interview etwas erfahren. Den letzten großen Skandal gab es, als Unbekannte tatsächlich die beiden Heiligtümer – schwarz-roter Stern und den Hannebambel – ausgerechnet zum 20 Jährigen Jubiläum entführten. Da das Internet bekanntlich nichts vergisst, gibt es bei youtube noch das Erpresservideo zu sehen.

(Kein) Naziredner in Glattbach

Die Veranstaltung wurde abgesagt, offenbar hat der FSV Glattbach seine Räume nicht mehr zur Verfügung gestellt. Mehr Infos gibt es in den Kommentaren.

Folgende eMail erreichte heute die Verantwortlichen der Gemeinde Glattbach und des FSV Glattbach und über Umwege schließlich auch uns:

Sehr geehrte Damen und Herren,
im Internet wird für den morgigen Donnerstag (12. November) im Sportlerheim des FSV Glattbach ein Vortrag von Michael Winkler zum Thema „Die Weltlage“ angekündigt. (Die Vortragsankündigung findet sich hier: http://www.michaelwinkler.de/ASC.html)

Ist dem FSV Glattbach bekannt, dass es sich bei dem Referenten um einen bundesweit aktiven und einschlägig vorbestraften Rechtsextremisten handelt? (mehr…)

Ich subkulture, du subkulturst, sie subkulturt. Wir alle subkulturen.

Crossposting zwischendurch: „Subkultur ist die neue Bionade“ vom letzten hype aus Würzburg.




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