Archiv der Kategorie 'betrieb & gewerkschaft'

Mahle-Konzern: Übernahme auf Kosten der Belegschaft

Beim Mahle Werk 8 in Alzenau wurde die Schließung mit 2 Jahren Kurzarbeit und einem Jahr Beschäftigungsgesellschaft verkleidet. Bei Behr Werk 8 werden jetzt 3 Jahre Transfergesellschaft verhandelt. Worum geht es? Die Leute sind so oder so in 100% Kurzarbeit, bezahlt aus unseren Beiträgen. Es gibt Aufzahlungen, teilweise Weihnachts- und Urlaubsgeld, aber das alles wird von der Abfindung abgezogen.
Meistens werden noch Versprechungen gemacht, wie die Suche nach neuen Produkten für Alzenau, von denen von vorneherein klar ist, dass sie nicht ernst gemeint sind.

Dies ist ein Auszug aus einem Bericht in der Online-Zeitschrift TREND zur Übernahme der Firma Behr durch Mahle; der ganze Text findet sich hier.

1. Mai – eine Nachbetrachtung

12. Mai, Zeit genug vergangen, um ein Resümee des 1. Mai 2010 am bayerischen Untermain zu versuchen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Aschaffenburg hat sich noch nicht zu seiner Mai-Demonstration geäußert; daher sei nur auf seinen Aufruf verwiesen, mit dem er zur Mai-Demo aufgefordert hat. Auch die Freie Arbeiter/innen-Union (FAU) mit ihrem Syndikat am Untermain hat noch keine Auswertung veröffentlicht, daher auch bei ihr nur der Aufruftext, der sich dann doch gewaltig von dem des DGB unterscheidet! (mehr…)

Der Chefideologe

„Das Geleitwort hat ungefragt der Ex-Chefökonom der Deutschen Bank Norbert Walter. Er weiß, wie man Krisen macht und mit Gewinnen daraus hervorgeht, und … er versteht etwas von Sklaven und Herren. Heute berät er neben der Bundesregierung auch viele andere Herren und hat dennoch genug Zeit, auch Sklaven wertvolle Tipps fürs Leben zu geben. `Herr Walter, Sie finden, die Deutschen sollten wegen der Krise Lohnverzicht üben.´ `Ja, weil ich für Beschäftigung bin. Mein Lehrherr, der Ökonom Herbert Giersch, sagte mir mal: Wollen Sie Ihren Chef zu Ihrem Sklaven machen? Verlangen Sie weniger, als Sie erkennbar für ihn wert sind. Dann weiß er, dass er Sie gut behandeln muss, um Sie nicht zu verlieren.´ Dieses Zitat ist frisch und krisenfrei, vom April diesen Jahres. Der Traum eines jeden Sklavenhändlers und Sklaventreibers: Ein Sklave, der seinen Herrn wie einen Herzschrittmacher mit sich mitführt.“ (Wolf Wetzel, wolfwetzel.wordpress.com, 4.5.10; Interview-Zitat nach Frankfurter Rundschau vom 10./11.04.10) (mehr…)

Für 500 Euro Eckregelsatz und 10 Euro Mindestlohn

Attac-Aktivisten vom bayerischen Untermain kritisieren Bundes-Koordinierungskreis und unterstützen Bündnisplattform www.500-euro-eckregelsatz.de

Bei ihrem monatlichen Treffen haben die Aktivisten des globalisierungskritischen Netzwerkes Attac am bayerischen Untermain ihren Bundeskoordinierungskreis für seine ablehnende Haltung gegenüber der Bündnisplattform www.500-euro-eckregelsatz.de scharf kritisiert. Nachdem hier im Raum schon viele Einzelpersonen sowie Mitgliedsorganisationen im Netzwerk wie z.B. die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Plattform unterschrieben und selbst Unterschriften gesammelt haben, hat sich die Regionalgruppe nun als Ganzes hinter die Kampagne für einen solchen Eckregelsatz nach SGB II gestellt, die im Weiteren auch die Forderung für einen Mindest-Stundenlohn von 10 Euro steuerfrei enthält. „Beide Forderungen sind geeignet, die Lebenslagen von abhängig Beschäftigten und Erwerbslosen gerade in Zeiten der tiefsten Wirtschaftskrise nach 1945 zu verbessern. Bevor wir so etwas nicht durchsetzen, brauchen wir über weitergehende Utopien gar nicht ideologisieren“, waren sich die Aktivisten vor dem Hintergrund der Diskussion eines „bedingungslosen Grundeinkommens“ einig. (mehr…)

Der 1. Mai kündigt sich an

Aus aktuellem Anlaß zitieren wir aus einer anderen Webseite:

Veranstaltungen zum 1. Mai 2010 am bayerischen Untermain

Termine

Freitag, 30. April, 19 Uhr, Miltenberg, Franziskussaal und Café fArbe:
Maifest am Vorabend des 1. Mai
Prof. em. Rainer Roth spricht zu „Finanz- und Wirtschaftskrise – wer zahlt und für was?“
Live-Musik mit Yohazid (Hardcore-Liedermacher Frankfurt) und Reinhard Frankl (Liedermacher, Bessenbach)
Essen und Trinken, Informationen
Veranstalter: Freundeskreis Café fArbe e.V., Jugendinitiative für ein selbstverwaltetes Zentrum/Miltenberg, attac Aschaffenburg-Miltenberg, Betriebsseelsorge Untermain, Café fArbe der Caritas

Samstag, 1. Mai, 10 Uhr, Aschaffenburg:
Demonstration mit Kundgebung am Theaterplatz
es spricht: Dominik Schirmer, ver.di Bayern
Veranstalter: DGB Region bayerischer Untermain

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Ein Beweis für Erbärmlichkeit

Die grüne Funktionärin Marion Becker ist keine sympathische Person. Im Streit der Miltenberger Grünen vor vielen Jahren war sie bereits auf der falschen Seite, der der Superrealos gegen die sympathischen Realos. Fundis gab es hier nie. Aber das ist eine erledigte Geschichte.

Wenn die Grünen aber nun stolz sind, dass die „Firmen Enka und Cordenka Auflagen zu Genehmigungsverfahren, zur Abgasleitung und Abgasreinigung, zu Emissions- und Imissionsbegrenzungen und zu deren messtechnischer Überwachung“ (ME, 19.03.10) erhalten haben (was sie sich zuschrieben), dann ist das sympathisch. Schließlich geht es um unser aller Gesundheit. Richtig auch, was ihre grüne Freundin und ehemalige Landtagsabgeordnete Petra Münzel meint: „Dennoch ist es für uns unbefriedigend, dass das Problem der Luftverschmutzung mit den Folgen für die Gesundheit der Menschen durch hohe Türme nur verlagert wird, statt insgesamt weniger Emissionen zu verursachen.“ (ebd.) (mehr…)

Arbeitskämpfe: Bestandsaufnahme Anfang 2010

“Und was ist mit dem Kapitalismus? Leider ist auch diese Idee gescheitert.“
Ole von Beust (CDU), Oberbürgermeister von Hamburg, zitiert nach Main-Echo, 13.02.09

Selten zuvor in den letzten Jahrzehnten war das Thema Arbeit und Arbeitslosigkeit so stark in der öffentlichen und veröffentlichen Meinung präsent wie 2008 und 2009. Auch am bayerischen Untermain.
Hier erlebten nicht nur die Beschäftigen von Mahle in Alzenau, dass es auch „Kurzarbeit Null“ gibt – und zwar für alle 420 Kolleginnen und Kollegen; hier mussten auch Arbeiter und Angestellte aus anderen Betrieben in den zweifelhaften Genuss kommen, jetzt ganz viel Zeit zu haben – aber zu wenig Geld, um diese auch wirklich nutzen zu können. Und: Die Schonfrist bei Mahle geht nur bis Ende 2011, dann wird neu entschieden – wenn bis dahin nicht sowieso ganz andere Fakten geschaffen werden, von wem auch immer. (mehr…)

So schön kann Wirtschaftskrise sein

Für 21 Euro – Kunden zahlen nur 12 Euro – erhalten die Zuhörenden heute um 18.30 Uhr nicht nur ein Glas Sekt, sondern auch einen Vortrag und Salonmusik. Wie das? Nun, die Raiffeisen-Volksbank Miltenberg lädt anlässlich des 80. Jahrestages der Weltwirtschaftskrise von 1929 in die gute Stube der Kreisstadt – das Alte Rathaus – ein. Es spielt das Salonorchester DamenRausch jene Musik, die „das Lebensgefühl der Zeit vor dem Schwarzen Freitag“ widerspiegeln soll. Und: Ein Herr Klaus Holschuh spricht über „Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Finanzkrise heute“ (Zitate: Einladungsflyer). Dieser Herr ist nicht weniger als der Chefvolkswirt der DZ-Bank, Frankfurt. Ein Bänker erklärt uns die Wirtschaftskrise! Was wird der Raiffeisen-Volksbank Miltenberg noch einfallen? Ein Heroin-Dealer spricht über „Wie gefährlich sind Opiate?“ Oder die Werbeabteilung von Philip Morris klärt – ganz objektiv natürlich – über die Gefahren des Rauchens auf. (mehr…)

1/3 der Jobs verloren

Nur etwa 300 der rund 1700 in Aschaffenburg Beschäftigten der Takata-Petri AG blockierten am Montag Morgen die Zufahrt zum Werk in Schweinheim mit zwei Feuertonnen. Der Streik zog sich bis zum Abend hin, nach Angaben der Takata-Soli kam es zu Lieferverzögerungen bei BMW in Leipzig und Regensburg, bei Audi in Ingolstadt, bei Daimler in Sindelfingen und Bremen, bei VW in Wolfsburg und Pamplona und bei Daimler in Düsseldorf. Die Werksleitung alarmierte die Polizei, welche dann auch durchblicken lies, dass die netten Beamten von der Streife im Falle eines unkooperativen Verhaltens der Protestierenden auch durch eine nicht mehr ganz so nette Hundertschaft der Bereitschaftspolizei ersetzt werden könnten. Daraufhin wurde die Feuerwehrzufahrt für die wartenden LKWs frei gemacht. (mehr…)

Sklavenhändler, hast du Arbeit für mich?

Am 16. September gibt es mal wieder eine sogenannte „Zeitarbeitsbörse“ in der Aschaffenburger Unterfrankenhalle:

Kaum eine Branche konnte in den vergangenen Jahren so zulegen wie die Zeitarbeit. „Zeitarbeit lässt die Firmen atmen“, erklärt Sebastian Peine, Chef der Agentur für Arbeit Aschaffenburg.
Main Echo, 12.09.2009

Die Firmen können atmen, die Agentur für Arbeit atmet auf und freut sich über bereinigte Statistiken. Wenig Luft zum atmen bleibt den prekär Beschäftigten, denn die Bedingungen in der Leiharbeit sehen etwa so aus:
* LeiharbeiterInnen verdienen im Schnitt 30 bis 50 Prozent weniger als ihre KollegInnen bei der Entleihfirma!
* LeiharbeiterInnen werden oft nur für den Zeitraum eingestellt, für den sie an eine fremde Firma verliehen werden können und anschließend entlassen, wenn nicht sofort ein neuer Entleiher gefunden wird.
* Viele Beschäftigte werden um Lohn und Urlaub betrogen, indem ihnen die Zeit, in der sie nicht vermietet werden können, abgezogen wird.
* LeiharbeiterInnen haben im Entleihbetrieb noch weniger zu melden, als ihre fest angestellten KollegInnen. Sie sind Beschäftigte 2. Klasse.
* LeiharbeiterInnen werden gleich doppelt abgezockt: von Leihbude und der Entleihfirma
Mehr Infos dazu gibt es auf www.leiharbeit-abschaffen.de

Die Jungle World beschäftigt sich anlässlich der Buntestagswahlen mit der „Wahlkampfdrohung Vollbeschäftigung“. Arbeit macht im herrschenden Diskurs halt immer noch Frei.




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